Bademeister

3 09 2009

Manchmal habe ich in einem Freibad als freiwilliger Helfer geholfen. Als Kind habe ich die coolen DLRG-Menschen immer bewundert, die auf Sylt oder Amrum barfuß mit orange-rotem Kapuzenpulli bei Sonne und Regen das Meer beobachteten. Heute weiß ich: Das wäre nichts für mich. Im Freibad sitzen ist schon lang(weilig)  genug.

Jedenfalls saß ich und saß und einige Freunde schauten immer mal wieder vorbei, aber es tat sich sonst nichts. Wespenstiche versorgen, aufs Wasser starren, Schwimmflügel ausleihen, aufs Wasser starren, Becken abschreiten, aufs Wasser starren, Kaffee trinken, aufs Wasser starren… Abends bin ich dann zu meinen Leuten auf die Liegewiese gegangen, mit meinem Ich-helfe-im-Schwimmbad-Shirt. Ein kleines Kind sagte zu seinem Vater: „Guck mal, da ist der Bademeister.“  Wäre ich das Kind gewesen, ich wäre stolz wie Oskar, wenn ich „Bademeister“ sein dürfte.





Freibad

17 08 2009

Eine Sommeraktivität  ist mir im letzten  Jahrzehnt sehr wichtig geworden: Das Freibad. Im letzten Jahrzehnt? Ja, es war nicht immer so. Es gibt ja im Film „Herr Lehmann“ die Szene, wo alle ins Freibad zum Biertrinken gehen. Herr Lehmann taucht aber vom Startblock aus die Hand ins Wasser auf dem schon etwas Herbstlaub schwimmt. Das kenne ich auch noch :  Das Freibad, der Kälteschock.  Das Freibad hat fast so viele Facetten wie es von den Drei Fragezeichen Folgen gibt. Ebenfalls beliebt: Das Freibad, das Wespenparadies. Oder: Das Freibad, Treffpunkt aller Prolls der Stadt.  Das Freibad, Laufsteg aller 16-18jährigen Modells in Spe. Das Freibad, Ort wo man(n) sein hartes Wintertraining im Fitnessstudio vorführen kann.

Wenn es allerdings verregnete Tage gibt, treffen sich im Freibad nur die Stammschwimmer. Die Liegewiese ist leer, kalt und nass. Nichtmal Wespen sind dort. Ich gehöre wohl zu den Stammschwimmern. Heute war ich nur 11 Minuten im Wasser. Nicht sehr sportlich,  aber es ist wie in der Duschgelwerbung: Das schönste nach dem Sport ist echt diese heiße Dusche und ein warmer Kapuzenpulli, ich fühle mich dann so mollig.