Schweineohren

26 03 2009

Nicht ganz magenfesten und tierlieben Essern soll erlaubt sein, diesen Artikel auszulassen!

Heute hatte ich vormittags in Winterhude zu tun und nachmittags Freizeit und Appetit. Schon immer wollte ich ins Japanische Restaurant Daruma. Weil es abends öffnet, wurde es nichts aus dem Mittagessen dort. Schade, umsonst gesucht!  Vorher war ich bestimmt 30 Minuten vom S-Bahnhof Hammerbrook bis dorthin gelaufen, weil ich nur so ungefähr wusste, wo es ist. (Jetzt weiß ich es: Stadtdeich 1, ca. 1 Minute von den Deichtorhallen entfernt.)

Zwischen Frühstück und Restaurantsuche hatte ich nur einige (Müsli-)Riegel gehabt und ich wollte gegen 14 Uhr unbedingt essen. Am Steintorwall fiel mir ein asiatisches Restaurant ins Auge, dass ich vorher immer gar nicht richtig beachtet hatte. Drinnen saßen viele Asiaten, einige Anzugträger und viele Normalos, es war sehr voll – also kann es nicht ganz schlecht sein, dachte ich.

Die Speisekarte hatte neben so Standards wie gebratenem Reis usw.  auch Eintöpfe (!), Suppen für 2 (?) auch Pansen und Schweineohren zu bieten.

Mit etwas klopfendem Herzen wählte ich eine gemischte Platte mit eingelegten Spezialitäten, die aus Rindfleisch, Pansen, den Ohren, Tofu und so einer Art Algen besteht – den Reis nicht zu vergessen.

Die Bedienung schaute mich kurz an: “ Swayneohren und Pansen it kain Problem für Sie?“ – „Nein, nein kein Problem für mich“ machte ich mir Mut.

Wenige Minuten später kam das Gericht. Am meisten „Angst“ hatte ich ja, dass man das Ohr erkennt. Aber alles war ziemlich klein geschnitten. Der Geschmack: Wer Sülze essen mag, dem sollte auch das bekommen, auch wenn Struktur und Konsistenz noch etwas urtümlicher sind. So richtig supertoll sind die Ohren nicht, für mich mehr so ein … ja … (wirtschaftliches) Gericht, das halt alles verwertet. Der Pansen schmeckte besser. Ich finde ihn gelegentlich genossen in Ordnung, ich mag den in der türkischen Kuttelsuppe (Iskembe Çorbasi), die es in Hamburg auch an vielen Ecken gibt. Aber am Besten hat eigentlich das Rindfleisch, die „Algen“ und der Tofu geschmeckt.

Trotzdem, ab und zu sollte man sich auch mal an ungewohnte Sachen rantrauen, in der Bockwurst sind sicher all diese Dinge drin, aber gut gehäckselt. Und die gemischte Platte bietet ja auch die Chance, was überzulassen. (Es gibt aber auch Schweineohren pur.)

Mein Fazit: Mutprobe bestanden, aber die Ohren sind die Beilage, auf die ich am ehesten verzichten kann.

Eines bleibt bei so einem Essen nicht aus: Satt war ich! Fett war das! Mit etwas komischen Gefühl wankte ich aus dem Laden. Bis fast 21 Uhr habe ich nichts gegessen. Nächstes Mal probiere ich die chinesischen Eintöpfe !